Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg (ehemaliger Truppenübungsplatz Jüterbog) | Nach der Verordnung des Landes Brandenburg vom 24. November 1999, zuletzt geändert am 4. November 2019, ist es verboten, mit Fahrzeugen außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege zu fahren; auch das Betreten des Gebiets außerhalb der Wege ist untersagt. Betroffen sind rund 7.000 Hektar zwischen Jüterbog, Niedergörsdorf und Forst Zinna. | dauerhaft |
| Ehemaliger Schießplatz Jüterbog / Wildnisgebiet Heidehof | Große Teile des von 1864 bis 1992 militärisch genutzten Geländes gehören zur gekennzeichneten roten Zone, die nicht betreten werden darf, weil dort trotz mehrfacher Räumung scharfe Blindgänger liegen. Freigegeben sind nur die geräumten, markierten Wanderwege. | dauerhaft |
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Streckenzustand im Fläming: Alleen, altes Pflaster und Wildwechsel
Der Fläming ist ein sanfter Höhenzug südwestlich von Berlin, der sich über die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt zieht. Es ist eine eiszeitliche Endmoränenlandschaft mit langen Geraden, weiten Feldern, Wäldern und nur mäßigen Steigungen. Wer aus dem Hochgebirge kommt, sollte die Erwartung an Serpentinen oder Pässe zu Hause lassen: Die höchste Erhebung, der Hagelberg, misst rund 200 Meter. Das macht die Region nicht harmlos, sondern verlagert die Gefahren nur. Im Fläming entscheidet nicht die Kurventechnik über einen sicheren Tag, sondern der Umgang mit Alleen, altem Pflaster, Wild und der trügerischen Ruhe langer Landstraßen.

Die größte Gefahr sind die Alleen. Brandenburg ist das Bundesland mit der höchsten Allee-Dichte, und gerade die Nebenstraßen im Fläming sind oft beidseitig von dichten Baumreihen gesäumt. Diese Bäume stehen unmittelbar am Fahrbahnrand, häufig ohne nennenswerten Seitenstreifen und ohne Leitplanke. Bei einem Sturz oder einem Ausweichmanöver gibt es deshalb kaum Auslaufzone. Wer zu weit nach außen trägt, hat den Stamm sofort vor sich. Dazu kommt das Lichtspiel: Bei tiefstehender Sonne wechseln sich Licht und Schatten der Kronen so schnell ab, dass die Augen kaum nachkommen und Unebenheiten, Wildwechsel oder Gegenverkehr spät erkannt werden. In Alleen zählt deshalb die defensive Linie: mittig in der eigenen Spur, mit Reserve im Tempo und ohne Ambitionen beim Überholen.
Ein zweites Thema ist der Streckenzustand. Die Hauptverbindungen sind überwiegend gut ausgebaut, doch in vielen Dörfern und auf historischen Ortsdurchfahrten liegt noch Kopfsteinpflaster. Nass wird altes Pflaster spiegelglatt, und Markierungen, Gullideckel oder Bahnübergänge verstärken das. Pflasterabschnitte am besten aufrecht, mit wenig Schräglage und ohne hektische Brems- oder Lastwechsel durchfahren. Auf Nebenstrecken finden sich außerdem Frostaufbrüche, Flickstellen und am Feldrand gelegentlich Sand oder landwirtschaftlicher Schmutz von Erntefahrzeugen. Gerade in der Erntezeit ziehen Trecker Erde auf die Fahrbahn, die in Kurven wie Schmierfilm wirkt. Im Hohen Fläming durchschneiden zudem die schmalen Trockentäler, die Rummeln, die Landschaft, sodass manche Straße abrupt absackt und wieder ansteigt; an solchen Stellen ist die Sicht über die Kuppe begrenzt.
Die langen Geraden des Fläming verführen zum Schnellfahren, und genau darin liegt die dritte Gefahr. Die Landschaft wirkt übersichtlich, doch Wildwechsel ist real: Rehe, Wildschweine und in den Waldgebieten auch Damwild queren besonders in der Dämmerung und am frühen Morgen. Wo Wald an die Straße grenzt und Warnschilder stehen, gehört das Tempo herunter und der Blick an den Fahrbahnrand. Wenn ein Tier die Straße quert, folgen meist weitere. Auch landwirtschaftlicher Verkehr, langsame Gespanne und unübersichtliche Feldwegeinmündungen verlangen Aufmerksamkeit. Hinzu kommt am Wochenende der Freizeitverkehr: Radfahrer auf den schmalen Verbindungsstraßen und Inline-Skater rund um die Flämingskate queren oder begleiten manche Landstraße, was vorausschauendes Fahren nötig macht.

Es gelten die allgemeinen Tempolimits in Deutschland: innerorts 50 km/h, außerorts auf Landstraßen 100 km/h, auf der Autobahn die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 ‰, für Fahranfänger und unter 21 gilt 0,0 ‰. Auf vielen Nebenstrecken im Fläming sind durch Alleen und Ortsdurchfahrten ohnehin niedrigere Limits ausgeschildert, die ihren guten Grund haben. In Naturschutz- und Naturparkbereichen wird zudem auf Rücksicht gedrängt, denn der Naturpark Hoher Fläming lebt von seiner Ruhe.
Ein letzter Punkt gehört zur Streckenplanung: Im dünn besiedelten Hohen Fläming liegen die Tankstellen weiter auseinander als rund um Berlin, und in den Waldsenken bleibt der Mobilfunkempfang lückenhaft. Getankt wird deshalb in den größeren Orten wie Bad Belzig, Niemegk, Jüterbog oder Luckenwalde und nicht an einer erhofften Zapfsäule im nächsten Dorf.