Hoher oder Niederer Fläming — wo Sie Quartier nehmen sollten

Der Fläming zieht sich als flacher Höhenzug über rund hundert Kilometer quer über die Grenze von Brandenburg nach Sachsen-Anhalt und teilt sich in zwei Hälften. Der Hohe Fläming im Nordwesten ist der bewegtere Teil: Rund um Bad Belzig und Wiesenburg liegen die höchsten Kuppen, die dichtesten Waldstücke und mit dem Hagelberg die höchste Erhebung des Höhenzugs. Der Niedere Fläming im Südosten flacht in Richtung Jüterbog ab und wird weiter, offener und stärker vom Acker geprägt. Für die Quartierwahl heißt das: Wer abends etwas Infrastruktur, Gastronomie und ein paar Sehenswürdigkeiten möchte, nimmt Bad Belzig als Kurort mit Burg Eisenhardt und Therme. Wer es ganz ruhig mag, sucht einen Gasthof in oder um Wiesenburg mit seinem weitläufigen Schlosspark. Am westlichen Rand, schon nahe der Elbe und der Lutherstadt Wittenberg, bietet sich Coswig (Anhalt) als Basis an. Auch das historische Jüterbog mit seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer taugt als südöstlicher Stützpunkt. Wer aus Berlin anreist, hat den Hohen Fläming am schnellsten erreicht; von Süden her bietet sich der Raum um Coswig an.
Was ein Quartier im Fläming ausmacht

Der Fläming ist dünn besiedelt, und das prägt die Übernachtung stärker als in touristisch dichten Regionen. Große Häuser oder Hotelketten sucht man weitgehend vergeblich — das Angebot besteht aus Landgasthöfen, kleinen Pensionen und Höfen, oft familiengeführt. Das hat Vorteile: Die Preise liegen spürbar unter denen der Alpen- oder Küstenregionen, und einen Stellplatz fürs Motorrad im Hof oder in der Scheune gibt es fast überall. Wer flexibel ist, findet auch das eine oder andere Gästezimmer auf einem Bauernhof. Der Nachteil ist die Dichte des Angebots. Zwischen den Orten liegen weite Wege über schnurgerade Alleen und ruhige Landstraßen, mancherorts noch mit Kopfsteinpflaster. Wer abends warm essen will, sollte vorher prüfen, ob die Küche des Hauses geöffnet hat — in kleinen Dörfern ist der Gasthof oft die einzige Option, und an Ruhetagen unter der Woche bleibt sie kalt. Buchen Sie am Wochenende früh, denn die Zahl der Betten pro Ort ist überschaubar.
Ein ruhiges Basislager für gemütliche Tagesrunden

Weil die Wege zwischen den Fläming-Orten lang sind und die sanfte Landschaft eher zum Rollen als zum Rasen einlädt, lohnt sich ein einziger, fest gebuchter Standort statt täglichem Hotelwechsel. Von einem zentral gelegenen Quartier — etwa im Raum Bad Belzig oder Wiesenburg — erreichen Sie den Hohen wie den Niederen Fläming in überschaubaren Radien und kehren abends an denselben Ort zurück. Achten Sie bei der Wahl auf einen sicheren, möglichst überdachten Abstellplatz, ein Frühstück, das früh genug beginnt, und einen Trockenraum für nasse Kleidung — im offenen Hügelland zieht Wetter schnell durch. Planen Sie den Tank ein: Zwischen den Dörfern liegen mitunter längere Strecken ohne Tankstelle. Ein Standort nahe dem Naturpark Hoher Fläming hält Sie dicht an den kurvigsten Strecken, ohne dass Sie jeden Morgen erst lange anfahren müssen. So bleibt mehr Zeit im Sattel, und das Quartier wird zum entspannten Ausgangspunkt statt zur nächtlichen Zwischenstation.
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