Die geringe Verkehrsdichte im Fläming ist kein Zufall, sondern eine Folge der Lage. Der Fernverkehr wird links und rechts an der Hochfläche vorbeigeführt: im Westen über die A 9, im Osten über die A 13, im Norden über die A 2. Wer von Berlin nach Leipzig oder nach Dresden will, hat keinen Grund, über die Landstraßen des Höhenzugs zu fahren. Übrig bleibt der örtliche Verkehr – Anwohner, Landwirtschaft, Handwerker – und der verteilt sich auf ein Netz, das für deutlich mehr ausgelegt ist.
Das verändert das Fahren spürbar. Es fehlt der Taktgeber, den man sonst unbewusst nutzt: kein Vordermann, an dem sich das Tempo relativiert, keine Kolonne, die vor der nächsten Kuppe warnt, oft minutenlang kein Gegenverkehr. Wer daran nicht gewöhnt ist, wird schneller, ohne es zu merken, und verlässt sich auf eine Freiheit der Fahrbahn, die genau in dem Moment nicht gilt, in dem hinter der Kuppe ein Traktor mit Anhänger steht. Die zweite Konsequenz ist Verlass auf sich selbst: Reparaturhilfe, Ersatzteile und geöffnete Gastronomie hängen an den größeren Orten, dazwischen liegen Dörfer ohne jede Infrastruktur.
Der Gewinn überwiegt. Man kann im Fläming über Stunden einen eigenen Rhythmus fahren, ohne ihn ständig fremdbestimmt korrigieren zu müssen, und das ist in dieser Nähe zu einer Millionenstadt ungewöhnlich. Die Region liefert keine Höhenmeter und keine spektakulären Panoramen, sondern etwas, das seltener geworden ist: viel Asphalt, wenig Publikum und die Möglichkeit, einen ganzen Tag lang zu fahren, statt sich durch Verkehr zu arbeiten.