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Fläming

Die Motorrad-Reviere im Fläming

Orte, Namen und was den Teilräumen ihr Gesicht gibt.

Der Fläming ist ein Höhenzug, wo ihn keiner erwartet: ein eiszeitlicher Landrücken südwestlich von Berlin, der sich aus der brandenburgischen Ebene hebt und dem Motorrad gibt, was das flache Umland verweigert — Kurven mit Höhenspiel. Im Westen wechseln lange Wellen, sanfte Anstiege und weite Waldpassagen einander ab; die schnurgeraden Alleen liegen im Osten. Dazwischen stehen Burgen, Schlossparks und die Feldstein-Kunststraßen. Was die einzelnen Ecken ausmacht, steht hier.

Hoher Fläming – der Höhenzug aus der Saale-Eiszeit

Zwei Motorräder auf einer Allee unter blühenden Kastanien
Kastanienallee am Bauernsee bei Dobbrikow, Nuthe-Nieplitz-Niederung

Kern des Reviers ist der Hohe Fläming um Bad Belzig. Der Höhenzug entstand in der Saale-Kaltzeit und ist damit deutlich älter als die jungen Moränen weiter nördlich — die Jahrtausende haben die Kuppen rundgeschliffen, weshalb hier lange, gleichmäßige Wellen statt kurzer, giftiger Rampen liegen. Höchster Punkt ist der Hagelberg mit rund 200 Metern, eine der höchsten Erhebungen im norddeutschen Tiefland; unterhalb des Gipfels erinnern zwei Denkmäler an das Gefecht von 1813. Über Bad Belzig thront die gut erhaltene Burg Eisenhardt mit ihrem Bergfried, und in Bad Belzig liegt die SteinTherme, deren Sole aus 775 Metern Tiefe kommt. Ein großer Teil des Höhenzugs ist als Naturpark Hoher Fläming geschützt, 827 Quadratkilometer: wenig Verkehr, viel Wald, enge Nebenstraßen, die selten schnurgerade bleiben.

Von Belzig nach Wiesenburg – die Burgen-Achse

Motorräder auf einer Straße durch leuchtend gelbe Rapsfelder
Rapsfelder bei Kaltenborn im Niederen Fläming

Eine Tagesrunde verbindet Bad Belzig, Rabenstein und Wiesenburg. Bei Raben steht die Burg Rabenstein, eine hochmittelalterliche Höhenburg mit Falknerei und weitem Blick über den Höhenzug; im selben Ort sitzt das Naturparkzentrum. Von dort führen kleine, kaum befahrene Straßen über Reetz hinüber nach Wiesenburg, wo der Landschaftspark am Schloss Wiesenburg auf 123 Hektar liegt und seit 1982 unter Schutz steht. Die Verbindung Bad BelzigWiesenburg ist die Hauptachse des Reviers.

Die Feldstein-Kunststraßen – fahren auf altem Pflaster

Motorrad fährt an blühendem Flieder durch eine Ortsdurchfahrt
Ortsdurchfahrt im Fläming — ab der Ortstafel gilt Tempo 50

Eine Eigenheit des Fläming sind die historischen Kunststraßen: im 19. Jahrhundert aus behauenem Feldstein gepflasterte Chausseen, wie man sie unter anderem rund um Baruth findet. Als Kulturdenkmal sind viele erhalten und teils noch befahrbar — ein eigenes Fahrerlebnis, aber keins fürs Tempo. Das grobe Kopfsteinpflaster schüttelt Mensch und Maschine durch, und bei Nässe oder Laub wird der abgeschliffene Stein glatt wie Schmierseife; hier gehört das Gas raus, der Blick weit voraus und gebremst wird auf den geraden Stücken, nicht in Schräglage über dem Stein. Wer diese Abschnitte fährt, tut es für die Strecke, nicht für die Zeit.

Natur

Baruther Urstromtal – Sand, Dünen und Kiefernwald

Schloss Wiesenburg mit dem angelegten Schlosspark davor
Schlosspark Wiesenburg, 123 Hektar, seit 1982 geschützt

Nördlich schließt das Baruther Urstromtal an, eine breite Schmelzwasserrinne aus der Eiszeit. Hier ist das Land flach und sandig; der Wind hat nacheiszeitlich Binnendünen aufgeworfen, und zwischen Kiefernforst und Sandtrockenrasen wirken einzelne Ecken fast wie eine kleine Wüste. Für den Fahrer heißt das: schnurgerade Forststraßen und lange Sichtachsen statt Kurven, dafür ein klarer Landschaftswechsel zum welligen Höhenzug im Süden — gut als Kontraststück in der Runde, nicht als Hauptgang. Der Ortskern von Baruth mit Schloss und der alten Glashütten-Geschichte lohnt den kurzen Stopp.

Niederer Fläming – die flache Ostseite

Motorrad auf einer Anhöhe, dahinter ein Windrad
Baumblüte bei Dalichow im Niederen Fläming

Nach Osten sinkt der Höhenzug zum Niederen Fläming ab, dem tiefer gelegenen, offeneren Teil zwischen Jüterbog und Dahme. Die Wellen werden flacher, die Wälder lichten sich zu Feld und Wiese, die Dörfer liegen weiter auseinander. Wer Kurven sucht, bleibt im Hohen Fläming; wer entspannt Strecke machen und die Runde nach Süden Richtung Elbe schließen will, nimmt den Niederen Fläming als ruhige Verbindungsetappe.

Nach Südwesten: Coswig und die Lutherstadt Wittenberg

Jenseits der Landesgrenze läuft der Fläming in Sachsen-Anhalt aus, hinunter zur Elbe. Coswig (Anhalt) und die Lutherstadt Wittenberg markieren das südwestliche Ende — flussnahe Landschaft, Elbdeich-Strecken und mit Wittenberg ein Ziel von echtem Rang: die Reformationsstadt Martin Luthers, deren Lutherstätten zum UNESCO-Welterbe zählen, ein logischer Wende- oder Übernachtungspunkt am Rand des Reviers. Von hier lässt sich die Runde über die Straßen des Elbtals bequem wieder nach Norden in den Hohen Fläming zurückschließen.

Anschluss und Nachbarreviere

Der Fläming liegt verkehrsgünstig südwestlich der Hauptstadt. Nach Nordosten sind über Potsdam Berlin und die Havelseen schnell erreicht, nach Südosten der Spreewald mit seinen Fließen. Die Stadt Brandenburg an der Havel grenzt im Norden an — ein eigenes Revier mit eigener Seite, hier nur als Nachbar genannt. Als Basis taugt der Fläming gut: ein ruhiger, kurvenreicher Auftakt, von dem aus sich die übrigen Ecken der Mark erschließen lassen.

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